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Januar 13, 2021

Achtung

Achtung!

Wichtiger Hinweis zur Corona-Krise:

Die Bahnhofsmission Würzburg ist von 9.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.
In unserem Aufenthaltsraum kann allerdings nur eine begrenzte Zahl von Besuchern Platz nehmen. Derzeit ist eine „Wärmehalle“ im Erdgeschoss der Posthalle eingerichtet.
Beratungsgespräche sind möglich.

Der Nachtdienst steht wie bisher von 21.30 bis 7.00 Uhr für Frauen in akuter Not zur Verfügung.
Telefonisch sind wir erreichbar unter 0931 7304 8800.

 
Wir danken für Ihr Verständnis.

Januar 13, 2021

Ein Bischof in geheimer Mission

Wie sich der Würzburger Oberhirte Franz Jung ehrenamtlich engagiert

Im Bistum Würzburg stehen radikale Veränderungen an. Für Bischof Franz Jung geht es dabei auch um einen neuen Blick auf die Welt. Mit einem persönlichen Engagement zeigt er, was das bedeuten kann – denn seit einem Jahr engagiert sich der Oberhirte bei der Bahnhofsmission am Würzburger Hauptbahnhof.

Ich hatte früher den Luxus, mit dem Zug bis direkt vor die Bürotür fahren zu können“, sagt Michael Lindner-Jung über die Bahnhofsgeräusche hinweg. Heutzutage fährt sein Pendlerzug von Gleis 11, am anderen Ende des Würzburger Hauptbahnhofs, das Büro direkt am Gleis 1 aber ist geblieben. Seit bald 38 Jahren hat Lindner-Jung hier seinen Arbeitsplatz: Er leitet die Würzburger Bahnhofsmission. Aus dem Besprechungsraum im Obergeschoss blickt man ebenerdig über die Bahnsteige. Wenn am Gleis 1 die Frachtwaggons vorbeirattern, wird es bei coronakonform geöffneten Fenstern lauter.

„An keinem Ort lerne ich so viel über das Leben wie hier“, sagt der Theologe über seine Arbeit. Das klingt abstrakt und das ist vielleicht auch gewollt, denn beim heutigen Gespräch soll es weniger um das Konkrete, sondern vielmehr um den tieferen Sinn der Arbeit der Bahnhofsmission gehen. Das war der Wunsch des zweiten Gesprächspartners, der gleich eintreffen soll.

Kümmere dich um die Armen!

„Bist Du bereit, um des Herrn Willen, den Armen und den Heimatlosen und allen Notleidenden gütig zu begegnen und zu ihnen barmherzig zu sein?“ Diese Frage hat sich Franz Jung ins Herz gebrannt. Mit ihr erklärt er, warum er an diesem Donnerstag wieder hier ist. Bei winterlichen Temperaturen draußen und heißem Chai-Tee in der Tasse erinnert er an den Sommer vor zwei Jahren, als er die Frage mit Ja beantwortete. Am Tag seiner Bischofsweihe hat er das Versprechen abgegeben, Menschen in Not mit mehr als warmen Worten und Almosen zu begegnen. Vor gut einem Jahr fand Franz Jung dann in Michael Lindner-Jung den Verbündeten, der ihm bei der Umsetzung seines Auftrags helfen sollte.

Und so kam es, dass Franz Jung, der im Hauptberuf Bischof ist, nun seit einem Jahr auch ein Ehrenamt ausübt; als Mitarbeiter der Würzburger Bahnhofsmission. Einmal im Monat ist er für vier Stunden hier, meist ab 16 Uhr. Er wartet dann hinter der Durchreiche gleich links hinter dem Eingang. Viele Gäste kommen nur bis zu diesem Fenster. Sie lassen sich vom Bischof einen Becher Tee geben und ein paar Lebensmittel einpacken. Ein belegtes Brötchen, etwas Obst, vielleicht noch etwas Süßes. In der Zwischenzeit schmieren die Ehrenamtler wie Franz Jung Brote, setzen neuen Tee auf, spülen Geschirr ab oder desinfizieren Tische. Der vielleicht wichtigste Dienst aber ist das Gespräch. Durch die Corona-Regeln dürfen nicht so viele Gäste in die Bahnhofsmission und auch nicht so lang wie sonst. Doch auch wenn die Kontakte weniger sind, bleiben sie für die Beteiligten sehr wichtig. Denn viele, die hier vorbeikommen, wollen einfach nur reden, über den Tag, anstehende Aufgaben, die Probleme ihres Lebens. Hier begegnet Franz Jung den Armen, Heimatlosen und Notleidenden.

Oft sind es Stammgäste, die für eine Tasse Tee und einen Imbiss in der Bahnhofsmission vorbeischauen.
„Das ist für mich heilige Zeit. Meine Sekretärin weiß, dass sie mir diese vier Stunden freihalten muss, komme was da wolle“, sagt Franz Jung über sein Ehrenamt. Außer der Assistentin und ein paar anderer Menschen im Bischofshaus habe er mit niemandem groß darüber gesprochen. Er wollte keine Öffentlichkeit für sein privates Engagement. Einige Gäste erkennen den Bischof, andere eben nicht. Aber Lindner-Jung hat ihn überzeugt und nun das Gespräch eingefädelt, bei dem es eben nicht um die Person, sondern den Dienst gehen soll.
Dabei ist es gar nicht so einfach, zu sagen, wer sich da jeden Monat die ikonische blaue Weste überstreift. Es ist sicher nicht allein der Privatmann Franz Jung, doch sein Bischofsamt spielt im Dienst auch nur eine nachgeordnete Rolle. Diese Rollen des Menschen Franz Jung geraten im Gespräch immer wieder durcheinander, legen sich übereinander.

Menschen werden plötzlich sichtbar

Zunächst kommt eben doch die persönliche Perspektive zu Wort. „Schon nach dem ersten Mal war die Welt anders“, berichtet dieser Franz Jung. „Man geht anders durch die Stadt.“ Mittags in der Kaffeepause oder zwischen zwei Terminen, die er im Stadtgebiet immer zu Fuß absolviert, fielen ihm plötzlich immer wieder Gäste der Bahnhofsmission auf, sagt er. „Wie oft ich jetzt in der Stadt den Paul (Name geändert) sehe … Er bekommt die Kurve einfach nicht.“ Bei seinen Reflexionen über die Menschen sitzt man einem nachdenklichen Mann gegenüber, der bedacht Gedanken in Worte fasst.
Eine Erkenntnis habe ihn zu Beginn besonders beeindruckt, erklärt Jung dabei. „Für die Menschen hier ist es die größte Aufgabe, den Tag zu bestehen.“ Den zweiten Halbsatz trägt er mit erstauntem Nachdruck vor. Gegenüber dem vollen, strukturierten Tag eines Bischofs wirkt die Herausforderung der Alltagsleere wie ein Problem aus einer anderen Welt. Aber es ist ein und dieselbe. Wohl auch deshalb ist Franz Jung, der Bischof, hier.

„Es geht darum, einfach nur da zu sein.” Das sei wahre Kontemplation. Es gehe nicht in erster Linie darum, die Welt zu retten, sondern sie wahrzunehmen, wie sie ist, sagt Jung. Auch deshalb habe er sich, der als Bischof oft „Potemkinsche Besuche“ erlebe, bei denen die Momentaufnahme nicht die Realität zeige, für diesen Dienst entschieden.
Lernort für die Kirche
Das immerwährende Angebot der Bahnhofsmission macht sie zugleich zu einem einzigartigen Kirchort im Bistum Würzburg. Hier werden zwei wichtige Zukunftsthemen des Bischofs schon heute sichtbar miteinander verwoben. Die Kontemplation, betonte Jung seit seinem Amtsantritt immer wieder, sei ihm ein Herzensanliegen. Das andere ist die Sozialraumorientierung, also die Ausrichtung aller Tätigkeiten auf die Lebensumstände der Menschen.
Der Bischof verbindet mit diesem Programm auch einen klaren Anspruch an sein Personal. „Zur Sozialraumorientierung gehört auch ein konkretes Engagement“, sagt er. Er wünsche sich Seelsorger, die aktiv danach suchen, wo sie gebraucht werden. Das ehrenamtliche Engagement kann dabei ein gutes Mittel sein. „Mir ist persönlich das Commitment wichtig, mich für einen Dienst zu verpflichten, aber ich will das auch halten können“, erklärt er. Mehr als vier Stunden im Monat seien in seinem Beruf eben nicht machbar. Aber der Bischof sagt auch: „Vier Stunden im Monat könnte eigentlich jeder machen.“

Gleich vier Stunden jede Woche ist Lilian Stumpf aktiv. Ein paar Tage nach dem Bischof wird sie die Mittagsschicht in der Bahnhofsmission übernehmen. Mit Humor und Güte versorgt sie die Menschen, die auf ein Stück Kuchen und eine Tasse nicht mehr ganz heißen Tee vorbeikommen. Ihr freundliches Lächeln sieht man auch hinter der Maske und hört es vor allem in der Stimme.
Sie habe im Leben viel Glück gehabt, wird sie beim Gespräch neben den Stockbetten erklären. Damit meint sie, dass es ihr an nichts mangelt und die Tiefpunkte im Leben für sie nicht unüberwindbar waren. Doch schon das, wisse sie, hätten viele Menschen nicht erleben dürfen. Dafür wolle sie mit ihrem Ehrenamt einen Ausgleich schaffen. Hier sei der richtige Ort dafür, weil sie gut mit Menschen umgehen könne und mit genau diesem Talent handeln wollte.

„Sie können so nicht mit der Kirche weitermachen“

Aber, wird sie mit einem entschuldigenden Unterton hinzufügen, sie sei „keine Standard-Christin“. Das heißt, sie gehe nicht jeden Sonntag in den Gottesdienst und orientiere sich eher an ihrem persönlichen Verständnis der Lehre Jesu. Ohnehin sei das mit der Kirche schwierig. In ihrem Bekanntenkreis gebe es kaum jemanden, der „so mit der Kirche weitermachen“ könne. Die Kirche, die da gemeint ist, ist nicht die Kirche, wie sie in der Bahnhofsmission sichtbar wird. Das ist vor allem eine Struktur, die sich selbst auf ein Podest stellt, sagt Stumpf. Da müsse die Kirche runterkommen.

Lilian Stumpf, die so engagiert im Dienst der Kirche an den Menschen steht, formuliert damit einen Anspruch, den auch der Bischof teilt. „Wir müssen das Paternalistische abstellen“, sagt er. Dabei sei der konkrete, caritative Dienst so wertvoll. Die Kirche erhalte durch ihn Einsicht in Lebenswelten. Sie müsse ihr eigenes System davon aber auch verändern lassen. Mit beinahe empörter Bestimmtheit fügt der Bischof hinzu, dass dies noch zu häufig an einer „Irritationsresistenz“ scheitere.

Menschen wie Michael Lindner-Jung und Lilian Stumpf haben diese längst abgelegt. Hier, in der Bahnhofsmission prallen Welten aufeinander, auch für die Kirche. Später, nach dem Gespräch, wird Franz Jung sich die blaue Weste überziehen und dann bei den Backshops in der Bahnhofshalle nach Ladenschluss das Übriggebliebene einsammeln. Es fühlt sich unglaublich weit weg an vom ersten Termin des Tages, einer Pressekonferenz, bei der Bischof und Bistumsleitung erklären mussten, dass künftig das Geld fehlen wird, um eine Reihe von Bildungshäusern weiter zu betreiben. In vielen Bereichen muss sich die Diözese Würzburg derzeit radikal, an die Wurzeln gehend, umorientieren. Es ist viel verlangt von dieser Ortskirche und ihrem Oberhirten. Der ist aber auch am Ende eines solchen Tages nicht weniger optimistisch. „Ich habe da gar keine Angst“, lässt er über seine Sicht auf die Zukunft wissen.

https://www.katholisch.de/artikel/28154-ein-bischof-in-geheimer-mission

Januar 10, 2021

Einrichtung einer Wärmehalle im Corona-Winter – Schutz für Obdachlose

Die Träger der Einrichtungen der Notfallhilfe können aktuell aufgrund der begrenzten Kapazitäten nach dem jeweiligen Hygienekonzept in den bestehenden Wärme- und Hilfsräumen (Wärmestube, Bahnhofsmission, Kontaktcafé) nur knapp ein Drittel der bedürftigen Menschen tagsüber ein temporäres zu Hause bieten.

Neben der Wärme, einem Tee und einer warmen Suppe sind diese Orte für viele Menschen oft die einzige Möglichkeit einer Ansprache, einer Beratung und der Vermittlung zu medizinischen Diensten. Hinzu kommt, dass viele Räume, in welchen sich Menschen bisher auch zumindest kurz aufhalten konnten, ebenfalls beschränkt zugänglich oder geschlossen sind.
„Geschäfte, Cafés, Büchereien sind zu“ beschreibt Michael Lindner-Jung, Leiter der Würzburger Bahnhofsmission, die aktuelle Lage. „Es gibt keine Orte mehr im öffentlichen Raum, wo Menschen sich aufhalten können. Besonders hart trifft das Menschen, die auf der Straße leben. Ein Mann, der durch Corona seine Arbeit verloren hat und nun die Tage ziellos am Bahnhof verbringt, erzählte mir vor kurzem, wie er Leute beobachtete, die Selbstgespräche führen. Auch er habe Angst, den Kontakt zur Außerwelt zu verlieren.“ Lindner-Jung erlebt in der Bahnhofsmission, wie problematisch es ist, wenn selbst die vorhandenen sozialen Einrichtungen sich nicht mehr ausreichend kümmern können. „Menschen in Notlagen verlieren wichtige Anknüpfungspunkte, nach und nach alles, was sie im Leben hält.“

Bereits seit dem Sommer arbeitete daher der Arbeitskreis „Menschen ohne Wohnung“ gemeinsam mit dem Sozialreferat an Lösungen. Mit Spendenmitteln, die dem Sozialreferat zur Verfügung gestellt wurden, erweiterte im Herbst der Condrobs e.V. das Kontaktcafé in leerstehende angrenzende Räume. Mit Hochdruck wurde die Suche nach weiteren temporären Möglichkeiten fortgesetzt.

Seit dem 06. Januar 2021 ist im Erdgeschoss der Posthalle eine sogenannte „Wärmehalle“ für die kommenden drei Monate geöffnet. Das Angebot wird von Wohnungslosen schon sehr gut angenommen. Die Bahnhofsmission hatte in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat die Planung übernommen, ein Hygienekonzept erstellt, die Finanzierung für die erste Zeit sichergestellt und weitere Partner gewinnen können. Die Wärmehalle bietet Platz für 16 gleichzeitig anwesende hilfesuchende Menschen. Die Halle wird zunächst von Montag bis Freitag von 11 – 15 Uhr geöffnet sein. An der Ausweitung auch am Wochenende wird gearbeitet.

„Wir wollen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Blick nehmen und versuchen mit allen Kräften die Sozialen Systeme zu erhalten oder wenn erforderlich ausbauen“, sagt die Sozialreferentin Frau Dr. Hülya Düber: „Es erfüllt mich mit großer Freude, dass sich Würzburg wieder einmal solidarisch zeigt und trotz der Probleme und Herausforderungen, die jeder und jede Einzelne zu meistern hat, der Blick auf die Nächsten nicht verloren geht.“

Erste wichtige Unterstützer des Projekts „Wärmehalle“ der Bahnhofsmission/Christophorus- Gesellschaft und dem Sozialreferat der Stadt Würzburg sind gefunden:
– Rotary Hilfswerk Würzburg e.V.
– Posthalle GmbH
– Beethovengruppe
– Caritasstiftung Würzburg
– Deutsche Bahn
– VR Bank Würzburg
– Horn Ingenieure
– Formstabil ID
– Förderverein Bahnhofsmission

Weitere Spender und Sponsoren zur Aufrechterhaltung des Schutz- und Wärmeraums sind nötig und sehr willkommen, kontaktieren Sie uns gerne unter 0931/73 04 88 01 (Bahnhofsmission) oder 0931/372527 (Sozialreferat der Stadt Würzburg).

Wenn Sie das Projekt finanziell unterstützen wollen, können Sie gerne an die Christophorus-Gesellschaft LIGA Bank, IBAN DE82 7509 0300 0103 0018 81, Verwendungszweck: Wärmehalle Corona-Winter spenden.

Dezember 18, 2020

Spende Dittmeier

Schon wieder ist ein Jahr vorüber und was für eines….

Gerade jetzt ist es umso wichtiger, dass man nicht an den Ärmsten spart. Hier auf unserer Seite konntet Ihr schon lesen, was Corona für unsere Bedürftigen bedeutet.
Verzichten zu müssen sich mal kurz aufwärmen zu dürfen, einen Tee zu trinken – weil die Bahnhofsmission zum Teil ganz geschlossen hat/hatte oder nur begrenzt Besucher aufnehmen darf, was dies für unsere Gäste bedeutet – können die meisten vermutlich nicht nachempfinden.

Dittmeier Versicherungsmakler spendet jährlich mind. 10.000 € an den Förderverein der Bahnhofsmission – an dieser Stelle soll in diesem besonderen Jahr, auf keinen Fall gespart werden.

Wir sagen ganz herzlich „Danke“ und wünschen Euch trotz aller Einschränkungen noch eine schöne Adventszeit!

Oktober 15, 2020

s.Oliver spendet Wärme

An mehr als 40 Bahnhofsmissionen in ganz Deutschland verteilte s.Oliver warme Winterjacken an Bedürftige, so auch bei uns in Würzburg.

Mit der Aktion „Wärme spenden“ wollte das Unternehmen unter anderem obdachlose Menschen im anstehenden Winter unterstützen und auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen.
Mitarbeiter*innen gaben insgesamt 80 Jacken und warme Mahlzeiten vor der Bahnhofsmission in Würzburg aus.
Der Resonanz war so groß, dass s.Oliver weitere Jacken nachbestellen und ausliefern wird.

Claus-Dietrich Lahrs, CEO s.Oliver Group betont: „Als Familienunternehmen sind wir uns der hohen
Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst. Soziales Engagement ist daher seit Jahren fester Bestandteil
unserer Unternehmenskultur und unseres WE CARE Programms. Es ist für uns selbstverständlich, im Rahmen
unserer Mittel und Möglichkeiten zu helfen.”

Michael Lindner-Jung, Einrichtungsleiter Bahnhofsmission Würzburg: “Gerade in Zeiten wie diesen ist es
wichtig, an die Schwächeren in unserer Gesellschaft zu denken. Viele von ihnen sind unverschuldet in Not geraten
und gerade jetzt, Anfang Oktober, wenn es nachts schon sehr kalt ist, kommt die Spende von s.Oliver zur richtigen
Zeit.“

Alle Helfer*innen waren begeistert

„Es war sehr schön, die Leute haben sich unglaublich gefreut. Auch das Essen wurde sehr gelobt. Ich will mich nun definitiv auch privat ehrenamtlich engagieren und werde versuchen, die Bahnhofsmission zu unterstützen.“

„Ich habe mitgemacht, weil man selbst alles hat und andere Menschen eben nicht die gleichen Möglichkeiten haben. Deshalb wollte ich die Aktion unterstützen und zeigen, dass man da ist, auch, dass s.Oliver da ist.“

„Diese Erfahrung war unfassbar positiv, ich hätte wirklich nicht gedacht, dass alle so super dankbar und nett waren und die Hilfe angenommen haben.“

Beitrag TV Mainfranken

Wir sagen DANKE!

Juli 11, 2020

Rückblick auf unser Jubiläum: 120 Jahre Bahnhofsmission

Der Festakt im vergangenen Jahr war ein besonderes Erlebnis für uns.
Drei hochgeschätze Gäste blicken nochmal zurück:

Bischof Dr. Franz Jung, Diözese Würzburg: 

„Es gibt einen Ort in der Stadt, an dem rund um die Uhr und jeden Tag geöffnet ist für Menschen in Not – die Bahnhofsmission! Das war die faszinierende Botschaft des Festaktes zu 120 Jahre Bahnhofsmission in Würzburg. Ein Projekt, von den Kirchen getragen, aber offen für die Mitarbeit von jedermann. Für mich ein Modell, das Zukunft hat: als Kirche Not sehen und ein Mitmachprojekt aufsetzen, das alle einlädt, jeden nach seinen Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten: sei es durch Spenden, durch Hilfsgüter besser noch durch geschenkte Zeit! Denn nur in einer gemeinsamen Anstrengung wird es uns gelingen, die Not bedürftiger Menschen zu lindern: nur durch das Engagement von mir und dir und uns!“
 

Dr. Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg

„Die Bahnhofsmission ist eine einzigartige Einrichtung am Brennpunkt Bahnhof – ein Ort der Zuflucht und der Fürsorge für die Armen und Notleidenden in unserer Stadt.
Seit 120 Jahren leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen unschätzbaren Beitrag für eine solidarische Stadtgemeinschaft. Mit ihrem breit gefächerten Engagement und ihrer unbürokratischen Hilfe übernehmen sie Verantwortung für die Schwachen in unserer Gesellschaft.
Die Jubiläumsfeier am 20. September 2019 im großen Ratssaal der Stadt Würzburg war ein viel beachtetes Ereignis und stärkte das Profil der Bahnhofsmission in der Öffentlichkeit.
Stadt Würzburg und Bahnhofsmission – gemeinsam mit Herz und Hand gegen soziale Ausgrenzung für eine lebenswerte Zukunft in unserer Stadt.“

 

Thomas Dittmeier, Versicherungsmakler Würzburg

„Zuversicht geben – mit diesem Leitmotiv beging die Bahnhofsmission Würzburg ihr 120-jähriges Jubiläum am 20. September 2019.
Tag und Nacht engagieren sich Helferinnen und Helfer für die Ärmsten unserer Gesellschaft, die dort einen Platz finden, an dem sie willkommen sind und sich zuhause fühlen dürfen.
Eine Investition in Menschen, die sich lohnt, die aber auch mit erheblichen Kosten verbunden ist.
Als Unternehmer in der Stadt Würzburg bin ich gerne bereit, diese einzigartige Einrichtung durch Spendengelder zu unterstützen, damit Menschen in existentiellen Notlagen geholfen werden kann und neue Hoffnung schöpfen dürfen.
Ich wünsche mir, dass auch andere Unternehmen in unserer Region den unschätzbaren Wert der Bahnhofsmission wahrnehmen und sich dafür engagieren.“

März 7, 2020

Kickers Fans sammeln Spenden

Erfreulicher Besuch:
Eintopf, Tomatensuppe und einen Scheck in Höhe von 1500 Euro brachten die Fans der Würzburger Kickers, der „B-Block“, am 1. März mit zur Bahnhofsmission

 
Die Jugendlichen ließen es sich nicht nehmen, die Suppe persönlich an die Besucher der Bahnhofsmission zu verteilen. Die Geldspende sammelten sie bei den Heimspielen während der Weihnachtszeit.
 
Wir bedanken uns herzlich und freuen uns, dass vor allem junge Menschen sich für bedürftige Menschen einsetzen.
 
https://b-block-wuerzburg.de/blog/

Februar 25, 2020

10.000 Euro Spende für den Nachtdienst

Voller Freude konnten wir den Scheck entgegennehmen und bedanken uns herzlich für die erneute Spende der Firma Dittmeier. 

 

Thomas Dittmeier, Geschäftsführer der Firma Dittmeier Versicherungsmakler und Gründer der „Stiftung Omnibus“, hat bereits mehrmals die Bahnhofsmission besucht und sich ein Bild vom Bedarf und der Arbeit der Einrichtung am Hauptbahnhof machen können. Er ist davon überzeugt, dass vor allem der Nachtdienst der Bahnhofsmission für Frauen in Not besondere Unterstützung braucht. Dafür sollen auch die gespendeten 10 000 Euro verwendet werden.
 
Lesen Sie mehr dazu im Artikel der MainPost

Oktober 13, 2019

Bahnhofsmission Würzburger feiert im Ratssaal ihr 120-jähriges Bestehen

Hilfe ohne Wenn und Aber

Wer einmal „unten“ gelandet ist, tut sich schwer, wieder hochzukommen. Armut entfaltet eine eigene Dynamik. Sie geht einher mit materiellem Verzicht. Oft auch mit emotionalen Problemen. Und nicht selten mit Entwürdigung. Um Menschen, die dieses Schicksal erleiden, kümmert sich seit 120 Jahren die Bahnhofsmission. Am 20. September wurde das Jubiläum im Würzburger Ratssaal nicht nur mit VIPs, sondern auch mit Gästen der Einrichtung gefeiert.
 
Die Bahnhofsmission hilft ohne Wenn und Aber, ohne Vorbedingungen und Erfolgsdruck, betonte Michael Lindner-Jung, der die Einrichtung am Würzburger Hauptbahnhof leitet. Dass eine Institution dies tut, dass sie niemanden abweist, selbst solche Menschen nicht, die als „Störenfriede“ wahrgenommen werden – das macht die ökumenische Anlaufstelle so besonders. Das Team hat erkannt, dass gerade jene, die als „herausfordernd“ gelten, ein offenes Ohr, Zuversicht und Zuwendung benötigen. „Zuversicht geben“ lautet denn auch das Motto des Jubiläumsjahrs der Würzburger Bahnhofsmission.
Viele Menschen wurden und werden bei der Bahnhofsmission aktiv, weil sie spüren, dass es in einer Stadt solche Orte der bedingungslosen Solidarität unabdingbar braucht. Wie wichtig die Bahnhofsmission für die Stadt Würzburg ist, unterstrich auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Wir brauchen eine Stadtgesellschaft, die alle Menschen mitnimmt.“ Die Bahnhofsmission sei in heutigen Zeiten, wo sich die Gesellschaft immer weiter ausdifferenziert und die Einsamkeit wächst, mindestens so wichtig wie in der Anfangszeit vor 120 Jahren. „Von Staat und Stadt könnte das, was die Bahnhofsmission leistet, in dieser Form gar nicht erbracht werden“, so der OB.
Ja, sie sind manchmal verschroben. Sie sind unkonventionell und nicht konform. Viele der Gäste, von denen die Bahnhofsmission 2018 mehr als 45.000 Mal kontaktiert wurde, sind schlicht „anders“. Seelische Not, materielle Bedürftigkeit und Unsicherheit haben sie „anders“ gemacht. Doch kein Mensch, so sehr er auch von der gesellschaftlichen Norm abweicht, soll und darf auf der Strecke bleiben, appellierte Domkapitular Clemens Bieber. Dafür setzen sich die beiden christlichen Kirchen in der Christophorus-Gesellschaft, zu der die Bahnhofsmission heute gehört, seit vielen Jahren ein.
Wie es ist, arm zu sein, berichtete Anja Dyes, die zu den regelmäßigen Gästen der Bahnhofsmission gehört. Armut, legte sie in ihrer unter die Haut gehenden Schilderung dar, bedeutet in vielen Fällen, die eigene Würde und die Souveränität über das eigene Leben zu verlieren. Nicht selten würden arme Menschen bevormundet und sprichwörtlich „abgespeist“: Sie müssen essen, was man ihnen zu essen gibt. Dürfen nicht, was für alle anderen Menschen in der Gesellschaft selbstverständlich ist, frei wählen. Oft begegnen ihnen Dyes zufolge Herablassung und Verachtung: „Man ist der Meinung, der arme Mensch sei selbst schuld an seiner Armut.“
Dabei genügt ein Unfall, der tragische Tod eines geliebten Menschen, eine schwere seelische oder körperliche Erkrankung, um einen Prozess einzuleiten, an dessen Ende, oft sehr rasch, die Armut steht. „So vieles kann aus der Bahn werfen“, erklärte Dyes aus eigener Erfahrung. Die Menschen, die in der Bahnhofsmission tätig sind, kümmern sich ohne Herablassung und ohne Schuldzuweisung um jene, die das Schicksal gebeutelt hat. Sie ist damit, so Dyes, ein „wichtige, guter Beitrag“ zu einer solidarischen Gesellschaft.
Neben Caritas und Diakonie tragen in Würzburg viele Menschen, Organisationen und Unternehmen dazu bei, dass die Bahnhofsmission gute Arbeit leisten kann. Dazu gehört auch die Deutsche Bahn. Sie stellt die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung und übernimmt Instandsetzungsleistungen und Betriebskosten. Das tut die Deutsche Bahn sehr gern, denn auch hier wird die Bahnhofsmission als etwas Einmaliges angesehen. „Seit mehr als 20 Jahren erlebe ich hier eine Stimmung und eine Herzlichkeit, die ihresgleichen sucht“, so Karl Heinz Ferstl vom Regionalbereich Süd der DB.
Durch Künstliche Intelligenz und Biotechnologie tickt aktuell eine Zeitbombe, die Einrichtungen wie die Bahnhofsmission in Zukunft notwendiger denn je werden lässt, legte Frank Dieckbreder von der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld dar. Mehr und mehr Menschen drohen, gesellschaftlich „nutzlos“ zu werden. Nutzlos zu sein, so der Experte für Sozialraumentwicklung, sei noch viel schlimmer, als ausgebeutet zu werden: „Bin ich nutzlos, verliere ich den Sinn meiner Existenz.“ Gerade für jene Menschen, denen die Gesellschaft keinen Nutzen mehr zuschreibt, sei das Motto „Zuversicht geben“ ungemein wichtig.
Die Bahnhofsmission bietet Menschen, die oft Diskriminierungen hinnehmen müssen, einen Raum, in dem sie Hilfe erfahren, in dem sie sich aber auch selbst einbringen können. Dieckbreder erlebte das in der Bahnhofsmission Hamm, die seine Frau leitete. In der Bahnhofsmission treffe die Millionärin, die das Bedürfnis hat, sich sozial zu engagieren, auf den Kleindealer, der Sozialstunden ableisten muss, sowie den Alkoholiker, der sich hier einbringt, weil er dann keinen Druck hat, zu trinken. Dadurch werde die Bahnhofsmission zu einem sozialen Raum, der vielfältige Kontakte und Verbindungen ermöglicht.
Dass bei der Bahnhofsmission nichts nach Schema F funktioniert, verdeutlichten sinnbildlich die Akteure des Improvisationstheaters „Beutelboxer“. Sich bei der Bahnhofsmission zu engagieren, heißt im Übrigen nicht nur, schwere Schicksale mitzutragen. Es macht auch Spaß und ist genussvoll. Diesen Genuss symbolisierte das Symphonische Blasorchester Unterpleichfeld unter Leitung von Manuel Scheuring, mit dem die Jubiläumsveranstaltung ausklang.
 
 

September 19, 2019

Ökumenischer Festgottesdienst in St. Stephan

mit dem Gospelchor „Voices“
am Samstag, den 21. September um 18.00 Uhr