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Mal amüsant, mal berührend

Mal amüsant, mal berührend

Benefizgala des Fördervereins der Bahnhofsmission begeistert im Bockshorn

 

Würzburg. Mit einem temperamentvollen „Olé!“ wurde sie eröffnet, die zweite Benefizgala, die der Förderverein der Bahnhofsmission am Sonntag im Theater Bockshorn organsierte. Über 250 Besucher ließen sich von Würzburger Künstlerinnen und Künstlern begeistern. Doch nicht nur die dargebotenen Songs, Jazzstücke, Tanzeinlagen und Comedy-Appetizer faszinierten. Auch das Engagement der Bahnhofsmission und ihres Fördervereins stieß auf lebhaftes Interesse.

 

 

Abermals gelang es dem Team des Fördervereins mit Helmut Fries an der Spitze, in Kooperation mit Comedy-Künstlerin Heike Mix ein spannungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Tänzerisch begeisterten die Flamencodamen um Manuela de Cartuja, das Ballett des Mainfrankentheaters mit Anna Vita mit einem Ausschnitt aus Carmen, sowie im furiosen Finale die Breakdancer von DanceEncore. Tosenden Applaus erntete Jazzklarinettist Matthias Ernst alias Mister Clarino zusammen mit dem genialen Gitarristen Hyun-Bin Park. Nachdenklich machte Würzburgs Kulturreferent Muchtar Al Ghusain mit einem selbstgeschriebenen Song, der in berührender Weise auf die aktuelle Flüchtlingsthematik eingeht, und Anne Kox-Schindelin zauberte mit ihrer Harfe eine Sternstunde für die Bahnhofsmission.

Den Comedy-Part bestritten diesmal Sebastian Reich mit seinem sprechenden Nilpferd Amanda sowie Florian Hoffmann von TBC. Sämtliche Künstler traten ohne Gage auf. Der gesamte Erlös der Gala fließt der Bahnhofsmission zu.

 

 

 

 

Vor allem die Fortbildung der Ehrenamtlichen wird diesmal unterstützt. Wie wichtig es ist, die freiwillig in der ökumenischen Christophorus-Einrichtung tätigen Mitarbeiter fortzubilden, verdeutlichte Galagast Maria Schmid. Die Sozialpädagogin trifft sich viermal jährlich mit den Ehrenamtlichen aus der Bahnhofsmission. „Dabei geht es um problematische Klienten“, sagt sie. Schmid vermittelt Strategien, wie die Ehrenamtlichen mit der großen Zahl an psychisch kranken und suchtkranken Klienten umgehen können. Auch das mitunter fordernde Auftreten der Männer ist Gegenstand der Fortbildung.
Was die Bahnhofsmission tut, wusste Benefizgast Gustav Wohlrab aus der Zeitung: „Dort lese ich regelmäßig die Anzeigen des Fördervereins.“ Auch Wohlrab ist ehrenamtlich tätig, und zwar engagiert er sich als rechtlicher Betreuer: „Durch dieses Engagement weiß ich auch, dass es hier in Würzburg tatsächlich Armut gibt.“ Die Zahlen, die auf dem ausliegenden Flyern im Bockshorn-Theater präsentiert wurden, setzten ihn dennoch in Erstaunen: „Hier steht, dass die Bahnhofsmission täglich mehr als 100 Kontakte hat, vor allem zu Bedürftigen. Das kann ich kaum glauben.“

 

 
Ulrike Grüner kam über die Hoffnungskirche in Versbach auf die Idee, die Benefizgala zu besuchen: „Unser Pfarrer hat uns auf die Veranstaltung verwiesen, er meinte, sie kommt einem sinnvollen Zweck zugute.“ Grüner kam einmal bei einer Fahrt zur Reha mit der Bahnhofsmission in Berührung: „Ich sah, wie Mitarbeiter der Bahnhofsmission einer Mutter mit drei kleinen Kindern, die ebenfalls zur Reha gefahren ist, beim Zugwechsel halfen.“ Das fand sie klasse. In welchem Maße die Bahnhofsmission Menschen in prekären Lebenslagen hilft, war ihr bisher unbekannt.

 

 
Auch Dekanin Edda Weise nahm an der Benefizgala teil: „Es ist für mich selbstverständlich, die Arbeit der Bahnhofsmission zu unterstützen.“ Sie hält die ökumenische Einrichtung besonders wichtig für Frauen: „Nur hier finden sie Tag und Nacht Hilfe.“ Aber gerade auch für Menschen ohne Zuhause sei die Bahnhofsmission eine wichtige Zufluchtsstätte: „Wer den ganzen Tag auf der Straße ist, braucht manchmal eine Auszeit, braucht einen Raum, um zur Ruhe kommen zu können.“ Einen solchen Raum biete die Bahnhofsmission.

 

 

Dass sich der Förderverein, allen voran sein Vorsitzender Helmut Fries, seit zehn Jahren intensiv um die Bahnhofsmission kümmert, sei bewundernswert. Weise: „Es ist unglaublich, was der Verein alles auf die Beine stellt.“ Dem stimmte Bürgermeister Adolf Bauer, selbst Mitglied des Fördervereins, voll und ganz zu.

 

 

 

Zu den Unterstützern der Benefizgala gehörte nicht zuletzt Bockshorn-Chef Mathias Repiscus. Selbstverständlich stellte er sein Theater neuerlich unentgeltlich zur Verfügung. „Die Bahnhofsmission hat eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft, wo immer noch Menschen, egal aus welchen Gründen, in Armut leben“ erklärte er. Viele seien vom Schicksal gebeutelt: „Sie gerieten in eine unglückliche Situation und kommen nicht wieder heraus.“ Die Bedeutung der Bahnhofsmission wird nach seinen Prognosen mit Blick auf die Flüchtlinge, die nach Würzburg kommen, weiter wachsen.
Auch JVA-Direktor Robert Hutter mischte sich unter die Galagäste. „Wir arbeiten sehr gut mit der Bahnhofsmission zusammen“, erklärte er. So organisierten die Mitarbeiter immer wieder Heimfahrten von Gefangenen mit Handicaps.